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Kultur-Experimentator 1: Feedbackkultur - konkret loben, allgemein kritisieren

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In ein paar Wochen geht für uns als Familie unser Toronto-Jahr zu Ende. An diesem Wochenende war "Canada-Day" - DER Nationalfeiertag. Und dieses Jahr wurde der 150. Geburtstag gefeiert. Ein großartiger Anlass, um uns wieder einmal mitten ins Innenstadt-Getümmel zu werfen und all das Bunte hier aufzusaugen (inkl. weltgrößter Quietscheente...).

Ein guter Zeitpunkt auch, um zurückzublicken auf dieses für uns außergewöhnliche Jahr. Für uns wurde es mehr als "nur ein Auslandsjahr". Wir haben in dieser Zeit neue Freunde kennen gelernt (die wir vermissen werden). Unsere Kinder haben die Erfahrung gemacht, dass sie in der Lage sind an einem völlig fremden Ort neu zu starten und sich einleben können. Und wir haben eine kanadische Großstadtkultur kennen gelernt, die mit ihrer unglaublichen "Vielkulturalität" wohl weltweit einzigartig ist. In den nächsten Posts will ich einige Punkte darüber reflektieren. Was habe ich dadurch an unserer deutschen Kultur schätzen ge…

4 Dinge, die deinen Urlaub erholsam machen

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Während in machen Teilen Deutschlands noch die Pfingstferien am Laufen sind, starten in Kanada in 2 Wochen bereits die Sommerferien. Für mich bedeutet das, dass im Hinterkopf die Urlaubsvorbereitungen laufen. Jahrelang bin ich einfach in den Urlaub "reingestolpert" und habe mich am Ende gewundert, weshalb ich mich nicht erholt fühle. Auch schon mal erlebt?
Aus diesem Grund habe ich einen kleinen Urlaubs-Erholungs-Research gemacht.

Hier sind 4 interessante Punkte, die meinen und deinen Urlaub hoffentlich erholsamer machen:

1. Abstand gewinnen: 
Das ist laut Mina Westman (Professorin für "organizational behavior" an der Tel Aviv University das Wichtigste.
Meint: Loslassen - deinen Job mental loslassen, nicht mehr darüber nachdenken - zumindest nicht negativ.
Das ist besonders für "Kopf-Arbeiter" oft schwer. Gerade wenn du es gewohnt bist, deine Mails auf dem Smartphone zu checken (auch im Urlaub - um den vermeintlichen Rückkehr-eMail-Berg kleiner zu halten)…

Die Chicago-Lektion: Trainee-Stellen für Gemeindegründung

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Neugierig bin ich vor einiger Zeit nach Chicago auf eine Konferenz gefahren. Was heisst 'nach Chicago'? Die erste Enttäuschung war, dass das gar nicht so sehr Chicago war, sondern über eine Stunde ausserhalb der Stadt.


Vielleicht kennst du das: Du fährst auf eine Konferenz und hast Erwartungen: An bestimmte Redner oder Themen. Und dann kommt alles anders: Das Thema ist öde oder der Redner enttäuschen. Das habe ich immer wieder erlebt. Doch genauso oft erlebe ich, dass Gott etwas anderes für mich parat hat. So war es auch diesmal:
Während auf dieser Konferenz über Gemeindegründung vieles sehr US-amerikanisch war (Highlight in einem Workshop: "Wie bekomme ich die 30.000$ für den Eröffnungsgottesdienst zusammen" - ja in ernst. Ich dachte ich höre nicht richtig...) und nur begrenzt für den kanadischen oder gar deutschen Raum passt, blieb ein Satz ganz besonders positiv hängen: "it's all about relationship" - es geht alles um Beziehung.
Meint:
Wenn du einen…

Die zweite Meile gehen: Woran mich heute ein Automechaniker erinnert hat

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Wir Deutschen sind sehr direkt? Nicht neu.
Kanadier sind immer freundlich und Dienstleistung groß geschrieben? Auch bekannt.

Doch was ich heute erlebt habe, übertrifft alle meine Erwartungen:

Gerade bin ich dabei unser Auto in Toronto zu verkaufen. An einen Indonesier, einen Immigrant aus Bangladesh oder vielleicht doch an einen "Caucasian" (so werden hier die "weißen Kanadier" genannt)? Als gründlicher Deutscher will ich natürlich Qualität verkaufen. Deshalb sitze ich heute im Warteraum von "Canadian Tire" (eine Mischung aus Baumarkt, Autowerkstatt und Sportgeschäft - ein wahres Männerparadies...). Während ich die letzten Reparaturen machen lasse passiert folgendes:

Die Arbeit dauert länger und länger. Stunden über Stunden vergehen. Kennt man ja. Doch langsam muss ich wirklich los, um die Kinder vonder Schule abzuholen. Doch just in dem Moment, als ich spätestens losfahren müsste bekomme ich die Info "noch etwas mehr als eine Stunde, dann ist das Au…

Zu Hause an der Straße der Religionen

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Unsere Gemeindegründung in Toronto ist in einem faszinierenden Stadtteil. Heute zwei interessante Facetten:
Super-multikulturell: Während es einmal eines der jüdische Zentren der Stadt war kommen inzwischen ein Großteil der 210.000 Menschen aus China, dem Iran oder Korea: 90% der Einwohner sind sogenannte "First / Second Gen." - sie selbst oder ihre Eltern sind nach Kanada eingewandert. Allein diese Zahl ist Wahnsinn!!! 9 von 10 Menschen sind nicht hier geboren. Das macht Toronto zur "most diverse city of the world".
Super-bunt-religiös: Bayview Avenue ist die Straße, die quer durch den Stadtteil geht (und auf die wir von unserem Hochhaus-Balkon in Richtung Sonnenuntergang schauen) und ganz nebenbei die Straße mit den meisten unterschiedlichen Religionen weltweit. Auf ihren 15km durch die Stadt beheimatet sie einfach alles: Vom größten Hindutempel Kanadas über alle Arten von christlichen Kirchen bis hin zum Zoroastrismus Tempel (Gruss an Xerxes I. aus Persien). Es gi…

Von Reliquien, Glauben und interkulturellen Kirchen: Karfreitag passierte dieses Jahr Unerwartetes...

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Das Ostern in Toronto anders abläuft als in Berlin war ja zu erwarten. Doch dieser Karfreitag brachte mir dann doch etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe:


Nachdem wir die falsche Zeit für die Karfreitags-Andach in unserer Partnergemeinde gesagt bekommen hatten, hatte ich die Gelegenheit einen katholischen Gottesdienst am Nachmittag zu besuchen (und die lithurgische Prägung ist ja nicht die schlechteste Wahl für einen Karfreitag - keine Angst, ich werde nicht katholisch; aber ich glaube zutiefst, dass wir von jeder Kirche etwas lernen können).
2 Dinge blieben mir besonders hängen:
Im Gottesdienst saßen Menschen mit allen möglichen ethnischen Hintergründen. Sie war ein echtes Abbild der Menschen, die hier im Norden Torontos leben. Ich bin fasziniert, wie es die katholische schafft, über Kulturgrenzen hinweg die Menschen zusammen zu bringen. Vielleicht einer der Vorteile der Lehr- und Leitungsstruktur dort?Die Reliquien: Der gesamte Ablauf war sehr stimmig und auf Jesus fokussiert. Am End…

Auch der Größte hat mal klein angefangen

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Kindergeburtstage sind herrlich! Erwartungsvoll ging Elia ins Bett: Die letzte Nacht als Dreijähriger - morgen früh wird er 4 Jahre alt sein. Ein großer Schritt!
Am nächsten Morgen kam es dann zu einer herrlichen Szene: Er saß vor seinem Geburtstagskuchen mit den vier Kerzen und packte ein Geschenk aus. Plötzlich verschwand das Strahlen aus seinen Augen und er schaute an seinem Schlafanzug runter: "Ich seh ja noch aus wie mit Drei!"

Irgendwie hatte er wohl erwartet, dass er mit dem Eintritt in diesen neuen Abschnitt über Nacht ein anderer (größerer?) wäre und er sich total ändert. So ist es ja nicht (wissen wir alle). Er wird rein wachsen in die "4".

Hier kommt mein Gedanke für Dich: 
Fängst du gerade eine neue Aufgabe an? Übernimmst mehr Verantwortung? Hast eine neue Rolle oder Stelle? 
Dann sei geduldig mit dir und bleib dran! Auf dem Papier wird man über Nacht "Vier". Doch es braucht Zeit, Übung, Lernen und Wachsen (Fehler machen und daraus lernen,...), um …