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One size doesn't fit all - Chancen und Herausforderungen für Gemeindemodelle

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Neulich hat mir meine Schwester dieses Foto geschickt: MEIN ERSTES AUTO!!! Unglaublich. Sofort waren tolle Erinnerungen da: freiheitatmende Fahrten mit offenem Verdeck und der großen Liebe auf dem Beifahrersitz, eine Motortechnik, die sogar von mir reparierbar war,....  ...das perfekte Auto für Dirk vor 20 Jahren. Was damals perfekt war, passt heute nicht mehr: Würde noch Ente fahren hätte ich ein echtes Problem: 3 Kinder, Langstreckenfahrten und erhöhte Spritpreise,... Da taugt die "Familenkutsche" schon besser. 



Bei Autos leuchtet es uns ein: Zeiten ändern sich, Ansprüche ändern sich und ich benötige noch immer ein "Fortbewegungsmittel". Doch was ich als "angemessenes Auto" bezeichne, hat sich geändert.
Ganz ähnlich ist es auch beim Thema "Gemeinde": Noch immer brauchen wir die "Gemeinschaft der Heiligen" (wie sie z.B. in Apostelgeschichte 2 beschrieben wird) und das wird sich auch nicht ändern. Doch mit veränderten Zeiten, A…

Kultur-Experimentator 1: Feedbackkultur - konkret loben, allgemein kritisieren

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In ein paar Wochen geht für uns als Familie unser Toronto-Jahr zu Ende. An diesem Wochenende war "Canada-Day" - DER Nationalfeiertag. Und dieses Jahr wurde der 150. Geburtstag gefeiert. Ein großartiger Anlass, um uns wieder einmal mitten ins Innenstadt-Getümmel zu werfen und all das Bunte hier aufzusaugen (inkl. weltgrößter Quietscheente...).

Ein guter Zeitpunkt auch, um zurückzublicken auf dieses für uns außergewöhnliche Jahr. Für uns wurde es mehr als "nur ein Auslandsjahr". Wir haben in dieser Zeit neue Freunde kennen gelernt (die wir vermissen werden). Unsere Kinder haben die Erfahrung gemacht, dass sie in der Lage sind an einem völlig fremden Ort neu zu starten und sich einleben können. Und wir haben eine kanadische Großstadtkultur kennen gelernt, die mit ihrer unglaublichen "Vielkulturalität" wohl weltweit einzigartig ist. In den nächsten Posts will ich einige Punkte darüber reflektieren. Was habe ich dadurch an unserer deutschen Kultur schätzen ge…

4 Dinge, die deinen Urlaub erholsam machen

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Während in machen Teilen Deutschlands noch die Pfingstferien am Laufen sind, starten in Kanada in 2 Wochen bereits die Sommerferien. Für mich bedeutet das, dass im Hinterkopf die Urlaubsvorbereitungen laufen. Jahrelang bin ich einfach in den Urlaub "reingestolpert" und habe mich am Ende gewundert, weshalb ich mich nicht erholt fühle. Auch schon mal erlebt?
Aus diesem Grund habe ich einen kleinen Urlaubs-Erholungs-Research gemacht.

Hier sind 4 interessante Punkte, die meinen und deinen Urlaub hoffentlich erholsamer machen:

1. Abstand gewinnen: 
Das ist laut Mina Westman (Professorin für "organizational behavior" an der Tel Aviv University das Wichtigste.
Meint: Loslassen - deinen Job mental loslassen, nicht mehr darüber nachdenken - zumindest nicht negativ.
Das ist besonders für "Kopf-Arbeiter" oft schwer. Gerade wenn du es gewohnt bist, deine Mails auf dem Smartphone zu checken (auch im Urlaub - um den vermeintlichen Rückkehr-eMail-Berg kleiner zu halten)…

Die Chicago-Lektion: Trainee-Stellen für Gemeindegründung

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Neugierig bin ich vor einiger Zeit nach Chicago auf eine Konferenz gefahren. Was heisst 'nach Chicago'? Die erste Enttäuschung war, dass das gar nicht so sehr Chicago war, sondern über eine Stunde ausserhalb der Stadt.


Vielleicht kennst du das: Du fährst auf eine Konferenz und hast Erwartungen: An bestimmte Redner oder Themen. Und dann kommt alles anders: Das Thema ist öde oder der Redner enttäuschen. Das habe ich immer wieder erlebt. Doch genauso oft erlebe ich, dass Gott etwas anderes für mich parat hat. So war es auch diesmal:
Während auf dieser Konferenz über Gemeindegründung vieles sehr US-amerikanisch war (Highlight in einem Workshop: "Wie bekomme ich die 30.000$ für den Eröffnungsgottesdienst zusammen" - ja in ernst. Ich dachte ich höre nicht richtig...) und nur begrenzt für den kanadischen oder gar deutschen Raum passt, blieb ein Satz ganz besonders positiv hängen: "it's all about relationship" - es geht alles um Beziehung.
Meint:
Wenn du einen…

Die zweite Meile gehen: Woran mich heute ein Automechaniker erinnert hat

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Wir Deutschen sind sehr direkt? Nicht neu.
Kanadier sind immer freundlich und Dienstleistung groß geschrieben? Auch bekannt.

Doch was ich heute erlebt habe, übertrifft alle meine Erwartungen:

Gerade bin ich dabei unser Auto in Toronto zu verkaufen. An einen Indonesier, einen Immigrant aus Bangladesh oder vielleicht doch an einen "Caucasian" (so werden hier die "weißen Kanadier" genannt)? Als gründlicher Deutscher will ich natürlich Qualität verkaufen. Deshalb sitze ich heute im Warteraum von "Canadian Tire" (eine Mischung aus Baumarkt, Autowerkstatt und Sportgeschäft - ein wahres Männerparadies...). Während ich die letzten Reparaturen machen lasse passiert folgendes:

Die Arbeit dauert länger und länger. Stunden über Stunden vergehen. Kennt man ja. Doch langsam muss ich wirklich los, um die Kinder vonder Schule abzuholen. Doch just in dem Moment, als ich spätestens losfahren müsste bekomme ich die Info "noch etwas mehr als eine Stunde, dann ist das Au…

Zu Hause an der Straße der Religionen

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Unsere Gemeindegründung in Toronto ist in einem faszinierenden Stadtteil. Heute zwei interessante Facetten:
Super-multikulturell: Während es einmal eines der jüdische Zentren der Stadt war kommen inzwischen ein Großteil der 210.000 Menschen aus China, dem Iran oder Korea: 90% der Einwohner sind sogenannte "First / Second Gen." - sie selbst oder ihre Eltern sind nach Kanada eingewandert. Allein diese Zahl ist Wahnsinn!!! 9 von 10 Menschen sind nicht hier geboren. Das macht Toronto zur "most diverse city of the world".
Super-bunt-religiös: Bayview Avenue ist die Straße, die quer durch den Stadtteil geht (und auf die wir von unserem Hochhaus-Balkon in Richtung Sonnenuntergang schauen) und ganz nebenbei die Straße mit den meisten unterschiedlichen Religionen weltweit. Auf ihren 15km durch die Stadt beheimatet sie einfach alles: Vom größten Hindutempel Kanadas über alle Arten von christlichen Kirchen bis hin zum Zoroastrismus Tempel (Gruss an Xerxes I. aus Persien). Es gi…

Von Reliquien, Glauben und interkulturellen Kirchen: Karfreitag passierte dieses Jahr Unerwartetes...

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Das Ostern in Toronto anders abläuft als in Berlin war ja zu erwarten. Doch dieser Karfreitag brachte mir dann doch etwas, mit dem ich nicht gerechnet habe:


Nachdem wir die falsche Zeit für die Karfreitags-Andach in unserer Partnergemeinde gesagt bekommen hatten, hatte ich die Gelegenheit einen katholischen Gottesdienst am Nachmittag zu besuchen (und die lithurgische Prägung ist ja nicht die schlechteste Wahl für einen Karfreitag - keine Angst, ich werde nicht katholisch; aber ich glaube zutiefst, dass wir von jeder Kirche etwas lernen können).
2 Dinge blieben mir besonders hängen:
Im Gottesdienst saßen Menschen mit allen möglichen ethnischen Hintergründen. Sie war ein echtes Abbild der Menschen, die hier im Norden Torontos leben. Ich bin fasziniert, wie es die katholische schafft, über Kulturgrenzen hinweg die Menschen zusammen zu bringen. Vielleicht einer der Vorteile der Lehr- und Leitungsstruktur dort?Die Reliquien: Der gesamte Ablauf war sehr stimmig und auf Jesus fokussiert. Am End…