24 Februar 2017

Emotionale Leiterschaft - Toronto Raptors und Gemeindeleitung

Wie entfachen wir Begeisterung immer wieder neu in unseren Teams?
Vor ein paar Wochen wurde mir dazu eine Lektion vorgelebt.
Wo? Bei einem NBA-Basketballspiel im Air Canada Center Toronto. Der "Lehrer" war nicht der Coach. Auch keiner der Spieler, der Cheerleaders oder der Stadionsprecher. Es war einer der zahllosen Volunteers (nennen wir ihn mal Ralph), die im ganzen Stadtion verteilt halfen.


Was ist passiert:
Ich muss kaum erwähnen, dass hier in Nordamerika ALLE Mitarbeiter bei einem Event superfreundlich sind (das fällt wirklich auf, wenn man aus Berlin kommt). Klar war Ralph das auch. Wodurch stach er jedoch aus der Menge heraus?
Ganz einfach: Ralph wanderte von einem Block zum anderen. Wo immer er in einem Fanblock auftauchte war keine Minute später die Stimmung ganz oben. Wieso haben die Leute besonders laut gejubelt und angefeuert, wenn er in ihrem Block war (schließlich haben die anderen Ordner auch versucht, die Stimmung anzuheizen - was bei dem Spiel gar nicht so einfach war - grmpf, die Raptors haben am Ende UNNÖTIG verloren...)?

Meine Thesen zu Ralph:
1. Ralph kennt und liebt die Raptors und den Basketball. Er hat permanent mitfiebert! Das ging so weit, dass er manchmal bei uns im Block auftauchte - und weil es gerade eine spannende Spielszene war - er die Blicke nicht vom Spielfeld abwenden konnte. Er war ein Fachmann, der seinen "Stoff" liebt.
Und ich glaube hier ist ein Geheimnis: Wir, die Fans, haben gespürt, dass Ralph nicht nur einen "Job" macht, wenn er uns motiviert, sondern dass er diesen Job LEBT.

2. Gleichzeitig kannte er seine Aufgabe: Die Zuschauern anfeuern, damit sie das Team anfeuern, damit es gewinnt.
Nie hat es lange gedauert, bis er sich wieder den Fans zugewendet hat und sie angespornt hat. Bei aller Liebe zum Sport hat er seinen Auftrag, die Fans, nicht vergessen und sich in seine Aufgabe gestürzt.

Durch diese Kombination hat er Block für Block Begeisterung ausgelöst.

Was ich für unsere Gemeinden daraus lerne:
1. Es ist wichtig, dass wir als Leiter Jesus kennen und lieben. Wir fiebern mit, wenn Gott etwas bewegt, lassen uns immer wieder faszinieren und stehen dabei mitten im Fanblock des weltweiten Gemeindestadions.
2. Leiter vergessen ihren Auftrag nicht. Bei aller Faszination und Begeisterung erinnern sie sich daran, was ihr "Job" ist: Andere zu "göttliche Fangesänge" einzuladen und dem Gemeindeteam vielleicht damit den gewissen Kick zu geben.

#lovemychurch #wethenorth #raptors

20 Januar 2017

Das Wichtigste, was wir Leitern beibringen können

https://stocksnap.io/photo/SWRREC0K3A
Mitte Januar geht es dem einen oder anderen vielleicht wie mir: Er strauchelt das erste Mal mit seinen Vorsätzen und Zielen für das neue Jahr. Die Ideen waren gut und wichtig, die Vorsätze ehrlich und voller Glauben - doch der Alltag droht uns wieder einmal zu überrollen.

Vorsätze: Für alle, die eine Ebene tiefer denken möchten empfehle ich den Blogeintrag von Reto Kaltenbrunner. Er lenkt den Blick von Zielen auf die Werte dahinter. Prädikat lesenswert.

Und dann hatte ich dieses Gespräch mit Donald Goertz. Er ist einer  der großartigsten Querdenkern wenn es hier in Kanada um Gemeindegründung geht (er war Pastor von Innenstadtgemeinden, Vordenker für missionale Gemeindeformen und lehrt am Tyndale Seminary Toronto).

Meine Frage: „Was müssen wir den angehenden Leitern unserer Gemeinden beibringen?  
Was ist das Wichtigste, das Leitern lernen müssen?

Seine Antwort: „Macht sie zu einem großen Ohr!“

Was er damit meint:
Als Leiter sind wir es gewohnt zu kommunizieren: Ideen vermitteln, Weggefährten gewinnen, Mut zusprechen, Feedback geben.
Doch all das wird kraftlos, wenn wir nicht immer wieder neu lernen zu hören:


1. Gott zuhören: „In welche Richtung führt er mich? Was ist seiner Meinung nach als nächstes dran?“ 

Aber eben auch: „Was denkt er über mich?“ und „Wie ist der Klang seiner Stimme?“ Die ermutigend-wohlwollende Heiligkeit seiner Stimme. Manchmal klar und deutlich, oft dezent und im Trubel des Lebens leicht zu verpassen. Ein absoluter Schlüssel. 
Als Start ein 3min-Tutorial von Johannes Hartl.


2. Menschen zuhören: Und das ist gar nicht so leicht: Wenn der Kopf und das Herz voller guter Ideen und Vorhaben sind. 

Doch es ist zentral, dass wir den Menschen zuhören, die uns Gott anvertraut. Was sind ihre Fragen, Themen, Hoffnungen und Ängste. 
Als Leiter ist es unsere Aufgabe ihnen auf ihrem Weg zu Gott und mit Gott zu helfen und sie dadurch zu segnen. Dienende Leiterschaft legt ihren Fokus nicht zuerst auf die Umsetzung der eigenen Ziele. Eher: Wohin möchte Gott den anderen führen und wie kann ich ihm dabei helfen? Dafür muss ich gut zuhören und sehen, wo der andere gerade wirklich steht.

Ich möchte ein großes Ohr werden: Ich möchte immer wieder neu üben auf Gottes Stimme hören und die Menschen um mich herum wahrzunehmen.

22 Dezember 2016

An meine Berliner Freunde

Skulptur vor einem Haus in Toronto
Wir lieben, wir feiern das Leben und immer wieder weinen wir auch. 
Weil Enttäuschungen, Verletzungen oder eigene Fehler den Schmerz in unseren Alltag drängen. 
Aber wir hören nicht auf zu hoffen, zu kämpfen 
für das Gute, zu lieben und unser Leben einzusetzen für Versöhnung! 
In den letzten Tagen bin ich stolz, wie ergriffen und doch auch besonnen und umsichtig viele meiner  Freunde in Berlin reden, handeln und beten. 
Vielen Dank!!! Ihr seid grossartig.

31 Mai 2016

Beziehungen, für die es sich zu kämpfen lohnt

„Wer kämpft kann verlieren. Wer nicht kämpft hat schon verloren.“ (Bert Brecht)

Jeder von uns hat ganz unterschiedliche Beziehungen im Leben: Mutti, Geschwister, Kollegen & Lernverbündete, Nachbarn und Mitchristen.
Beziehungen sind für uns unglaublich wichtig. Nicht selten entscheiden sie darüber, ob wir unser Leben lieben oder davor fliehen wollen.


Und obwohl gute Beziehungen für alle wichtig sind und sich jeder nach guten Beziehungen sehnt, scheitern wir doch oft. Je älter ich werde, umso öfter stellen ich fest, wo ich es verpasst habe, in meine wichtigen Beziehungen zu investieren.


Wir möchten diesen Monat als Gemeinde investieren - in die wichtigen Beziehungen. Damit wollen wir besonders einige Beziehungen unterstützen, die in unserer Gesellschaft oft nicht besonders viel Rückenwind erhalten. 


Und wir wollen dich ermutigen und dir Hilfen geben, dass du nicht einfach das Leben passieren lässt sondern dich einsetzt für die Beziehungen, die für dein Leben wichtig sind.


Die einzelnen Themen:
29.05.2016    Freundschaft mit Gott
05.06.2016    Langstreckenfreunde (mit Taufen an der Dahme)
12.06.2016    eine gesunde Ehe
19.06.2016    Nachbarschaft 

26.06.2016    Die Liebe meines Lebens?
10.07.2016    Eine außergewöhnliche Familie





Du hast den Auftakt verpasst oder möchtest es nochmal nachhören? Kein Problem. Genau dafür gibt es unseren Podcast. Klick HIER.

29 Dezember 2015

Weil ich dich liebe - ein persönlicher Blick auf Weihnachten

Weihnachten, ich liebe Dich! 
Das muss ich Dir endlich einmal schreiben. 

Und seit wir in Berlin leben ist diese Liebe noch tiefer geworden.
Ich liebe Dich für Deine kreativen und überfüllten Gottesdienste.
Ich liebe Dich für die leuchtenden Kinderaugen, die Du weckst.
Ich liebe Dich für die gemütlich-tiefsinnigen Gespräche unter Deinem Weihnachtsbaum.
Ich liebe Dich für die Geschenke und den Ursprung deines Geschenkes.
Ich liebe Dich für das "Wunder Jesus".

Und 2015 hast Du uns gleich so viel mehr mitgebracht und beschert:

Unseren Weihnachtsgottesdienst:

Dieser mit mehr als 250 Menschen überfüllter Weihnachtssaal. 
Mit Bewohnern aus Berlin, Afghanistan, Spanien, Syrien, Südkorea, Palästina, China, Minnesota, Südbaden,...
Mit Christen, Atheisten, Muslimen, Agnostikern, Buddhisten,...
Mit Menschen und ihrer Sehnsucht nach Frieden.
Weihnachten, ich liebe Dich für Deinen Frieden.

Dieser fröhliche Mix. 
Weihnachtsmusik, kleinen Engeln und großzügigen Gesten. 
Fleißige Helferhände, Übersetzer und Künstler. 
Mitmacher, Beobachter und Genieser.
Weihnachten, ich liebe Dich für deine Freude.


Unsere Weihnachtsessen.

Ok, an dieser Stelle braucht es einen Stilwechsel:
Das war der Knaller: Knapp 30 Gäste aus 6 Nationen und 3 verschiedenen Religionen. Alle in unserem Wohnzimmer. Das war ein besonderses Geschenk. 
Sätze wie "Ja, der Speck ist vom 'bösen Tier'^^." und "och, wir essen da schon mal 1-2 Stunden lang" waren genauso dabei wie lautstark geschmetterte Weihnachtslieder und ein paar Runden kulturübergreifendes "FruitNinja". 

Und wieder entdecke ich: Wo Menschen sich wohlwollend und neugierig begegnen, lassen sich Kulturunterschiede leicht überbrücken. Sie machen das ganze sogar unterhaltsam. 

Wie gesagt: 
Weihnachten, ich liebe Dich! Und wenn es Dich nicht gäbe, müsste man Dich glatt erfinden. Danke, Jesus!

27 Mai 2015

Gebet verleiht Flügel

Warum wird es manchmal erhört und manchmal passiert nichts? Ist beten überhaupt mehr als ein „frommes Selbstgespräch“? Warum sollte ausgerechnet dein Gebet einen Unterschied machen und wie kühn darf man beten?

 
Vor einiger Zeit bin ich über die Erzählung von "Honi dem Kreiszieher" gestoßen. Mark Batterson nimmt sie als Anlass, in seinem Buch "Kreiszieher" darüber nachzudenken, was wäre, wenn Christen anfangen kühn zu beten.



 Wir selbst (mit unserer Gemeinde, aber auch privat) stehen immer wieder an dem Punkt, dass es ein "großes Eingreifen Gottes" braucht. Deshalb werden wir uns in den nächsten Wochen mit der ganzen JKB in ein Abenteuer stürzen: 
"Beten heißt Fliegen" - diese Serie nimmt uns mit in die Vielfalt von Gebet. Sei doch dabei und entdecke in den nächsten Sonntagen mit uns die göttliche Kraft hinter dem Gebet.
Du kannst nicht live dabei sein? Schade. Aber einen kleinen Trost haben wir für dich. HIER kannst du zumindest die Predigten nachhören. 
Und wie immer, wenn es ums Gebet geht, gilt:
ES GIBT NICHTS GUTES, AUSSER MAN TUT ES.